Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie 1500 Metaller auf der Straße

Mehr als 1.500 Metallerinnen und Metaller haben am 27. Oktober in Oldenburg deutlich gemacht, was sie vom Arbeitgeberangebot halten.

Tarifrunde M+E 2026

1. November 2026 1. November 2026


Mehr als 1.500 Metallerinnen und Metaller haben am 27. Oktober in Oldenburg deutlich gemacht, was sie vom Arbeitgeberangebot halten: Pfiffe statt Applaus. Das Signal vor dem Verhandlungsort war unmissverständlich: „Das ist nicht euer Ernst!"

Denn das erste „Angebot" der Arbeitgeber ist eine Provokation für die Beschäftigten:

  • 8 Nullmonate
  • durchschnittlich 700 Euro Einmalzahlung erst zum 1. Juli 2027
  • 199 Euro Einmalzahlung für Auszubildende
  • 1,3 Prozent Tabellenerhöhung erst zum 1. Juli 2028
  • Laufzeit bis zum 31. Dezember 2028

 

Und damit nicht genug: Die Einmalzahlung soll bei schlechter wirtschaftlicher Lage sogar einseitig gestrichen werden können. Gleichzeitig wollen die Arbeitgeber künftig Vereinbarungen ermöglichen, bei denen Beschäftigte selbst für Investitionen und Beschäftigungssicherung zahlen sollen. Das kann den Verzicht auf Sonderzahlungen genauso bedeuten wie eine unbezahlte Verlängerung der Arbeitszeit. Eine tarifliche Gewinnbeteiligung lehnen die Arbeitgeber weiterhin kategorisch ab.
 

Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste, brachte es auf den Punkt:

„Das Angebot verschärft die Verhandlung und erschwert eine Lösung. Bei 3,3 Prozent Inflation wäre das eine knallharte Minusrunde für die Beschäftigten. Nordmetall zeigt, dass sie die Sorgen der Beschäftigten nicht ernst nehmen. Hinzu kommt die Fortsetzung der Ost-West-Unterschiede. Die Arbeitgeber tragen die Verantwortung dafür, dass die Tarifbewegung jetzt auf die Straße getragen wird!"
 

Genau das ist am 27. Oktober in Oldenburg passiert. Die Beschäftigten haben gezeigt, dass sie dieses Angebot nicht akzeptieren werden. Sie haben deutlich gemacht, dass sie Respekt für ihre Leistung, eine faire Entgelterhöhung und Sicherheit für ihre Zukunft erwarten. Jetzt richtet sich der Blick auf die Zeit nach dem 1. November. Dann sind Warnstreiks möglich. Die IG Metall Weser-Elbe trifft dafür alle notwendigen Vorbereitungen.