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Historie der Arbeitergeschichte und der Arbeit in der Region
Geschichte der Arbeiterbewegung in Bremerhaven

2001 – 2009

2001

  • Der nicht ausgeglichene Haushalt der Arbeiter- und der Angestelltenkammer sowie die in Teilen fragwürdige Ausweitung ihrer Aufgabenfelder, setzt die Kammern erneut unter Druck. Am 1. Januar fusionieren schließlich, nach vielen Versuchen, die Arbeiter- und die Angestelltenkammer zur gemeinsamen Arbeitnehmerkammer. Die ehemaligen Hauptgeschäftsführer der Arbeiterkammer Heinz Möller und der Angestelltenkammer Hans-Ludwig Endl übernehmen als gleichgestellte Partner die Geschäftsführung.
  • Im März entsteht bundesweit, so auch in Bremerhaven, durch Zusammenschluss von fünf Einzelgewerkschaften, die mit Ausnahme der DAG zuvor alle dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) angehörten, die "Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft": ver.di. Letzter Schritt zur Gründung von Verdi waren die Verschmelzungskongresse der fünf Gewerkschaften vom 16. bis 18. März 2001, die mit Mehrheiten zwischen 80 und 91 Prozent ihre Selbstauflösung beschlossen. Auf dem anschließenden Verdi-Gründungskongress vom 19. bis 21. März 2001 wurde die Gründung formell vollzogen und der erste Bundesvorstand gewählt.
    Die Gewerkschaften DAG (Deutsche Angestellten-Gewerkschaft), DPG (Deutsche Postgewerkschaft), HBV (Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen), (IG Medien (IG Medien - Druck und Papier, Publizistik und Kunst) und ÖTV (Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr) gehörten somit auch in Bremerhaven der Geschichte an.
  • Hauptredner auf der DGB-Kundgebung am 1. Mai vor der großen Kirche in der Fußgängerzone ist der DGB-Landesvorsitzende Hartmut Tölle. Weiterer Redner ist unter anderem der DGB-Kreisvorsitzende Peter Goldschmidt. Vor der Kundgebung trafen sich die beiden Demonstrationszüge wieder am Ernst-Reuter-Platz (Lehe-Hafenstraße) und am Konrad-Adenauer-Platz (Geestemünde-Neumarkt) um zur anschließenden Kundgebung vor der "Großen Kirche" aufeinanderzutreffen.
  • Das neu gegründete Unternehmen "BLG AUTOTEC GmbH & Co KG", ein Tochterunternehmen der "BLG Automobile Logistics GmbH" in Bremerhaven übernimmt im Frühjahr mit einem sogenannten "Asset Deal" das Anlagevermögen der "Horst Mosolf Eurocar Transportvermittlung GmbH". Das Mosolf Technik-Zentrum, das seit 1990 besteht, ist neben dem "Autohaus Baecker AG" und dem "E.H.Harms Auto-Terminal" das dritte große Technik-Zentrum am Standort, das hauptsächlich asiatische Importfahrzeuge für die Spediteure umrüstet und für den Deutschen Markt vorbereitet und bearbeitet.
    Die extra dafür neu gegründete "BLG AUTOTEC" wird die Aktivitäten des PDI- und Technikzentrums mit rund 150 Mitarbeitern, die per Betriebsübergang in das neue Unternehmen übergeleitet werden, in Bremerhaven weiterführen.

    Die BLG hatte schon länger vorgehabt, ihr Leistungsprofil in der Seestadt weiter auszubauen und selber technische Dienstleistungen an den Importfahrzeugen vorzunehmen. Bisher war jedoch keines der drei im Privatbesitz befindlichen Technik-Zentren am Standort bereit, an die BLG zu verkaufen.
  • Die "E.H.Harms GmbH & Co. KG Auto-Terminal Bremerhaven" muss ihren Betrieb in der Lofotenstraße im Fischereihafen schließen. Das Technik Center, das seit 1976 existiert und sich hauptsächlich mit dem Umrüsten und Aufbereiten von Importfahrzeugen des Automobilherstellers ROVER beschäftigt, hat aufgrund der Zerschlagung der Marke Rover durch den BMW Konzern kaum noch Aufträge. Die wenigen Fahrzeuge, die Bremerhaven noch anlaufen, werden zukünftig im E.H.Harms Technik-Center im Kaiserhafen bearbeitet. Die ca. 150 Mitarbeiter wurden größtenteils in andere Filialen, wie der im Kaiserhafen oder nach Cuxhaven versetzt oder mussten entlassen werden.
  • Ende August übergibt die Lloyd-Werft nach einer Bauzeit von 22 Monaten das Kreuzfahrtschiff "Norwegian Sun" an die Reederei NCL.
  • Am 28. Oktober trifft die "Norway" auf der Lloyd-Werft zu Wartungs- und Reparaturarbeiten ein. Etwa zwei Wochen später folgt das wohl bekannteste Kreuzfahrtschiff der Welt, die "Queen Elisabeth II".
  • Das Traditionsunternehmen "E.H. Harms" gerät Ende des Jahres in finanzielle Schwierigkeiten. Der Unternehmer Egon Herbert Harms, der 1976 das erste Technik-Center in Bremerhaven im Fischereihafen und 1978 das zweite im Kaiserhafen für die Umrüstung von Importfahrzeugen errichtete, hatte sich mit dem Bau eigener Schiffe und der Errichtung einer Fährverbindung zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel mit der „Elbe-Ferry GmbH“ finanziell übernommen. Als im September die Pleite drohte, da Banken weitere Zahlungen verweigerten und die Löhne und Gehälter der Beschäftigten nicht mehr gezahlt werden konnten, sah Egon Harms sich gezwungen, 50% der Gesellschafteranteile seines Konzerns an die Bremer-Logistics-Group (BLG) zu verkaufen. Harms betreibt zu der Zeit mehrere Technik-Center in Deutschland, davon auch eines im Bremerhavener Kaiserhafen, eine große Autotransport-Spedition mit dazugehörigen LKW-Werkstätten (auch hiervon eine in Bremerhaven) und diverse weitere Unternehmungen.
    Die BLG übernimmt die Gesellschafteranteile zum Jahresbeginn 2002. Egon Herbert Harms verabschiedet sich damit aus der aktiven Geschäftsführung.

    In Bremerhaven sind von der Übernahme der BLG folgende Unternehmen betroffen:
    Die "E.H.Harms GmbH & Co. KG Auto-Terminal Bremerhaven" im Kaiserhafen, die "E.H.Harms GmbH & Co. KG Automobil-Transporte Bremerhaven" und die "E.H.Harms GmbH & Co. KG Car-Shipping" mit insgesamt ca. 450 Beschäftigten.
  • Das Bremerhavener Mitsubishi Autohaus "Magic Cars" in der Van-Heukelum-Straße wird von Mitsubishi Deutschland an einen Händler in Bremen verkauft. Dieser erpresst den Betriebsrat und die Belegschaft und fordert von allen den Verzicht auf den Tarifvertrag. Als die Arbeitnehmer dem neuen Besitzer erklären, das sie die wesentlich schlechteren Arbeitsbedingungen keinesfalls akzeptieren und sie an dem gültigen Tarifvertrag und ihren Rechten, die sich aus dem Betriebsübergang ergeben festhalten, wird der Betrieb geschlossen und allen Arbeitnehmern gekündigt.


2002

  • Anfang des Jahres schließt das Traditionsautohaus "Baecker AG" am Grauwallring. Der Mutterkonzern, die Menke-Gruppe, war 2001 in finanzielle Schieflage geraten und musste Insolvenz anmelden. Trotz dessen, dass das Autohaus Baecker gut dastand und selbst keine Insolvenz anmelden musste, konnte der Insolvenzverwalter keinen Investor finden, der das Unternehmen weiterführen wollte.
    Die "Baecker AG", die zu Spitzenzeiten bis zu 200 Arbeitnehmer beschäftigte, hatte sich auf den Verkauf amerikanischer Autos spezialisiert. Das Unternehmen erweiterte im Laufe der Jahre seine Geschäfte und war in den letzten Jahren neben der "Horst Mosolf Eurocar" und dem "E.H.Harms Auto-Terminal" das dritte große Technik-Zentrum am Standort, das hauptsächlich asiatische Importfahrzeuge für die Spediteure umrüstete und für den Deutschen Markt vorbereitete und bearbeitete.
  • Im Februar beginnt auf der Lloyd-Werft der Umbau der "May Oldendorff" von einem Massengutfrachter für Getreide und Futtermittel zum Organgensaft-Bulker "Orange Sky". Ein Auftrag für rund 20 Mio. Euro. Das Schiff erhält insgesamt 15 Tanks aus Edelstahl: 16 Meter hoch, 10,50 Meter im Durchmesser und gut 85 Tonnen schwer. In die Tanks passen 11.000 Tonnen Konzentrat. Der Umbau ist im Oktober beendet.
  • Karsten Behrenwald, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Bremerhaven, wird neuer DGB Vorsitzender des Kreisverbandes Bremerhaven. Er übernimmt dieses Amt ehrenamtlich und löst damit den letzten hauptamtlichen Vorsitzenden, Peter Goldschmidt, ab.
  • Am 17. April findet der Küstenaktionstag der IG Metall im Rahmen der laufenden Tarifauseinandersetzungen in der Metall- und Elektroindustrie statt. In Bremerhaven demonstrierten mehr als 1.000 Metallererinnen und Metaller vor dem Büro des örtlichen Arbeitgeberverbands und unterstrichen damit massiv ihre Forderung nach einem verbesserten Angebot der Arbeitgeber.
  • Hauptredner auf der DGB-Kundgebung am 1. Mai vor der großen Kirche in der Fußgängerzone ist der 2. Bundesvorsitzende de IG Metall, Kollege Jürgen Peters. Weitere Redner sind der DGB-Kreisvorsitzende Karsten Behrenwald und Ali Can für die Migrantinnen und Migranten. Vor der Kundgebung trafen sich die beiden Demonstrationszüge mit mehr als 2500 Teilnehmern am Ernst-Reuter-Platz (Lehe-Hafenstraße) und am Konrad-Adenauer-Platz (Geestemünde-Neumarkt) um zur anschließenden Kundgebung vor der "Großen Kirche" aufeinanderzutreffen.
  • Die "SSW Fähr- und Spezialschiffbau GmbH", ehemals Seebeckwerft, meldet Insolvenz an.
  • Am 29. November findet ein Aktionstag zum Erhalt der SSW statt.


2003

  • Im März verkauft die britische Kapitalgesellschaft Bridgepoint ihre Anteile an der Lloyd-Werft. Käufer ist die "Holding LPS", deren drei Buchstaben sich aus den Buchstaben der Werft-Geschäftsführer ableiten: Werner Lüken, Rüdiger Pallentin und Hans-Jochen Schmaus. Diese wollen die Werft fit halten für die nächsten Jahrzehnte. Dass die Lloyd Werft verkauft werden sollte, stand für die englische Risikogesellschaft schon fest, als sie nach dem Konkurs des Vulkan-Verbundes 1996 70% des Unternehmens übernahm. Die restlichen 30 Prozent gingen damals an die Werft-Geschäftsführer Werner Lüken und Dieter Haake.

    Dadurch, dass das Werft-Management nun die Geschicke des Unternehmens selber bestimmen kann und nicht mehr von einer ausländischen Kapitalgesellschaft bestimmt wird, seien die Arbeitsplätze der 540 Beschäftigten sicherer geworden, sagte Geschäftsführer Lüken.
  • An der DGB-Kundgebung am 1. Mai nehmen ca. 3.500 Menschen teil. Hauptredner vor der Großen Kirche in der Fußgängerzone ist der Bremer Bürgermeister und Senatspräsident Henning Scherf. Weitere Redner sind unter anderem der DGB Kreisvorsitzende Karsten Behrenwald und für die Jugend die Kollegin Nicole Junge (Vorsitzende des IG Metall Ortsjugendausschusses und Betriebsratsmitglied bei E.H.Harms).
  • Die SSW Werft kann trotz der 2002 angemeldeten Insolvenz unter dem Namen "SSW Schichau Seebeck Shipyard GmbH" weiter betrieben werden.
  • Die "ABC-Gesellschaft", die als Tochterunternehmen der Arbeitnehmerkammer Bremen auch das Bildungs- und Seminarhotel "Marschenhof-Wremen" betreibt, muss im Frühsommer Insolvenz anmelden. Sollte bis Ende des Jahres keine neue Betreibergesellschaft gefunden werden, droht nicht nur für die 15 Beschäftigten die Arbeitslosigkeit, sondern auch das Aus der politischen und gewerkschaftlichen Bildungsarbeit im Raum Bremerhaven.
  • Die Firma "Heinen Maschinenbau" in Varel hat die Engineering-Aktivitäten der insolventen "bab systems GmbH & Co. KG", vormals "Baader Anlagenbau GmbH", im Fischereihafen übernommen.
  • Im Auto-Terminal bei E.H.Harms im Kaiserhafen war der gewerkschaftliche Organisationsgrad in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen und die Forderung nach einem Tarifvertrag wurde immer lauter. So kam es in diesem Jahr zu einem Spitzentreffen zwischen dem IG Metall Gewerkschaftssekretär Norbert Heimberg, dem Betriebsratsvorsitzenden Michael Bode und dem Arbeitsdirektor und Personalvorstand der BLG, Holger Wohlleben.
    Wohlleben, ehemaliger Bezirksvorsitzender der Gewerkschaft ÖTV, machte in diesem Gespräch deutlich, dass er sehr wohl ein Interesse daran hat, dass in den Unternehmungen der BLG Tarifverträge gelten, konterte aber mit den Worten: "Eine Kuh die gemolken werden soll, muss erst gefüttert werden." Außerdem stellte er in Frage, ob die IG Metall die richtige Gewerkschaft und nicht vielmehr die ver.di zuständig sei.
    Die beiden Metaller machten daraufhin deutlich, dass die Gewerkschaft zuständig sei, in der sich die Beschäftigten organisiert haben und das sei die IG Metall. Außerdem wäre die Kuh bereits seit Jahren gefüttert worden und sie seien nicht gekommen um zu betteln, sondern um zu melken.
    Man vertagte daraufhin das Gespräch, weil Wohlleben noch einmal "in sich gehen" wollte.

    Wohlleben ließ es allerdings nicht zu einem weiteren Gespräch kommen, sondern ließ wenige Wochen später über den Geschäftsführer des "E.H.Harms Auto-Terminal" dem Betriebsrat und der Belegschaft verkünden, das im Unternehmen ab sofort der ÖTV bzw. ver.di Tarifvertrag für das "Verkehrsgewerbe im Land Bremen" gelten würde. Dieser Tarifvertrag sah keine Einkommensverbesserungen vor, sondern verschlechterte sogar viele im Betrieb und per Arbeitsvertrag geltenden Regelungen. So hätten die Beschäftigten zukünftig sogar 2 Tage weniger Urlaub gehabt.
    Alle weiteren Regelungen des Manteltarifvertrages über Zulagen oder sonstige Arbeitsbedingungen trafen auf die Belegschaft, die größtenteils aus Kfz-Mechanikern, Lackierern und Fahrzeugaufbereitern bestand, nicht im Entferntesten zu. Als "Running-Gag" entwickelte sich die in dem Tarifvertrag, der hauptsächlich für das Umzugs- und Schwertransportgewerbe gedacht war, geregelte "Klavierträgerzulage". Aber auch die Bagger- und Kranfahrerzulage oder eine "Trinkgeldregelung" trugen zur erheblichen Belustigung der IG Metaller im Betrieb bei.
    Die einzige Verbesserung, die dieser Tarifvertrag mit sich brachte, war eine Arbeitszeitverkürzung von 40 auf 38,5 Stunden in der Woche gewesen. Allerdings auch nur für die gewerblichen Mitarbeiter - Angestellte waren hiervon ausgenommen.

    Als die Geschäftsleitung den Betriebsrat aufforderte, mit ihr über die betriebliche Umsetzung der Arbeitszeitverkürzung zu verhandeln, weigerte sich dieser und erklärte, dass er sich an diesem Schwachsinn nicht beteiligen werde. Keiner der Beschäftigten sei in der ver.di organisiert und der Arbeitgeber nicht einmal Mitglied in dem betreffenden Arbeitgeberverband. Niemand im Unternehmen sei also Mitglied auch nur einer der tarifvertragsschließenden Parteien.
    Um den Irrsinn zu unterstreichen fragte der Betriebsrat nach, wann denn endlich die Klaviere für den Transport geliefert werden, damit die Beschäftigten in den Genuss der "Klavierträgerzulage" kommen.
    Nachdem die Geschäftsleitung daraufhin wütend bekanntgab, dass sie die Regelung zur Arbeitszeitverkürzung nun einseitig umsetzt und die Beschäftigten aufforderte, 15 Minuten eher Feierabend zu machen, weigerten sich diese und arbeiteten einfach weiter.

    Der klägliche Versuch der BLG, die IG Metall auszubooten und die Belegschaft mit einem völlig ungeeigneten Tarifvertrag zu ködern war somit gescheitert und der Kampf um die Einführung von Tarifverträgen vertagt.
  • Im Kraftfahrzeughandwerk Bremerhaven hat die IG Metall mit den Arbeitgebern Ende Juni Einkommenserhöhungen für alle Arbeitnehmer dieser Branche vereinbart. Demnach steigen die Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen zum 1. Juni um 2,9%.
  • In der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall im September erstmals das neue Entgeltrahmenabkommen (ERA) abgeschlossen. Damit werden auch die Beschäftigten in Bremerhaven und der gesamten Küste nach moderneren Kriterien eingruppiert. Die Trennung von Arbeitern und Angestellten wird abgeschafft und ein gemeinsames Entgeltsystem eingeführt. Mit dem ERA-Abschluss bekommen die Beschäftigten endlich einen moderneren Tarifvertrag für die sich immer stärker wandelnde Arbeitswelt. Ab sofort kann ERA freiwillig in den Betrieben angewendet werden. Spätestens zum Januar 2008 muss ERA dann eingeführt sein.
  • Im Jahr 2002 erwarb die in Miami ansässige Reederei Norwegian Cruise Line (NCL) den zu etwa 40% fertiggestellten Rohbau eines Schiffes einer amerikanischen Werft. Das Schiff konnte nicht zu Ende gefertigt werden, da der Auftraggeber am 19. Oktober 2001 die Insolvenz beantragte, während sich das Schiff noch im Rohbau befand.
    NCL beauftragt die Lloyd-Werft, das Schiff in Bremerhaven um etwa 25 Meter zu verlängern und schließlich als "Pride of America" fertigzustellen. Zwischen dem 5. November und dem 13. Dezember 2002 erfolgte die Überführung nach Bremerhaven. Die Baumaterialien wurden teilweise in Containern nach Bremerhaven gebracht.
    Während der Rohbau noch an der Ausrüstungskaje liegt, werden im Trockendock bereits unzählige kleine Hydraulik-Schlitten auf dem Boden montiert. Auf ihnen wird das Schiff liegen, wenn es wieder eingedockt worden ist. Im Juli 2003 ist es dann soweit: Die Schiffbauer leisten eine unglaubliche Präzisionsarbeit: Sie zerschneiden das inzwischen im Trockendock liegende Schiff in zwei Teile. Hieran sind ungefähr 300 Lloydwerker im beteiligt. Die Hydraulik-Stempel heben dann dan Rumpf unmerklich an und ziehen ihn durch Vorwärtsbewegung zentimeterweise auseinander. Dann witrd die neue Sektion eingebaut und das Schiff somit um 25m verlängert. Erfahrungen hat die Lloyd-Werft darin zwar reichlich aber entgegen den bisherigen Verlängerungen von Kreuzlinern, die alle schwimmend ihre neuen Sektionen erhielten, wird die "Pride of America" komplett im Trockendock verlängert, weil beide Schiffsteile für sich nach dem Auseinanderschneiden nicht mehr schwimmfähig sind. Eine nicht ganz risikofreie Aufgabe. Es muss laufend mit speziellen Messvorrichtungen die Stabilität des Schwimmdocks überprüft werden. Die Verlängerung der "Pride of America" ist die erste dieser Größe weltweit in einem Schwimmdock. Deshalb hat die Fachwelt der Schiffbauer wieder einmal nach Bremerhaven geschaut.
    Am 20. September wird das Schiff schließlich wieder zusammengezogen und nach Abschluss der Arbeiten folgt Anfang November die Verlegung des Schiffes an den Ausrüstungskai.


2004

  • In der Nacht zum 14. Januar havariert der 300 Millionen Euro teure Kreuzlinerneubau "Pride of America", kurz vor der Fertigstellung, bei einem Unwetter an der Ausrüstungskaje der Lloyd-Werft. Ein Orkan drückt das Schiff gegen die Pier und bringt es in eine leichte Schräglage. Durch Montageöffnungen an der dem Kai zugewandten Steuerbordseite dringt Wasser ein, so dass die Schlagseite immer größer wird. Der darauffolgende massive Wassereinbruch flutet die vier unteren Decks einschließlich des Maschinenraums und das Schiff sackt auf den Grund des Hafenbeckens. Zum Zeitpunkt des Unglücks befinden sich 14 Werftarbeiter an Bord, die jedoch zum Glück unverletzt bleiben.

    Sofort war klar, dass der Werft ein Millionenschaden entsteht, da das Schiff nicht wie vereinbart im April fertiggestellt werden kann.
    Auch Anfang Februar ist immer noch unklar, ob die in Miami ansässige Reederei Norwegian Cruise Line (NCL) das Schiff überhaupt übernehmen wird. Offiziell verpflichtet ist sie dazu nicht mehr, da die Werft den vereinbarten Liefertermin nicht mehr einhalten kann. NCL hat sich bisher nicht offiziell geäußert. Eine Abschlagzahlung von 37,5 Millionen Euro, die Ende Januar fällig gewesen wäre, hat die Reederei verweigert.

    Am Montag, den 9. Februar muss die Lloyd-Werft dann beim Bremerhavener Amtsgericht einen Insolvenzantrag stellen. Insolvenzverwalter wird Wolfgang van Betteray aus Düsseldorf. Nach dem Konkurs des Bremer Vulkan-Verbundes 1996 war von Betteray schon einmal Vergleichsverwalter der Lloyd-Werft und führte sie aus der Krise.
    Zuvor hatte es am frühen Morgen des 9. Februar eine Betriebsversammlung in der Werft gegeben, an der auch Bremens Wirtschaftssenator Hartmut Perschau (CDU) teilnahm.
    Perschau sei der Überzeugung, dass das Geschäft der Werft weiterlaufen könne und das Kreuzfahrtschiff zu Ende gebaut werde. Die Chancen für die Rettung seien hoch, die Lloyd-Werft sei "völlig intakt". Sie gehöre zu den leistungsfähigsten Kreuzfahrtschiffbauern und Reparaturwerften Europas.

    Am Wochenende waren Bemühungen gescheitert, eine Bürgschaft des Landes Bremen zu erhalten. Dabei soll es um eine Summe von 15 Millionen Euro gegangen sein. Insgesamt wird der Finanzbedarf der Werft auf 40 bis 50 Millionen Euro geschätzt. In den vergangenen Wochen verhandelte die Werft-Führung mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), der Commerzbank und der Bremer Wirtschaftsbehörde.
    Der Bremer Senat erklärte nach einer Sondersitzung, er sehe eine Chance zum Fortbestand des traditionsreichen Unternehmens. Die Leistungsfähigkeit sei grundsätzlich gegeben. "Der Senat wird in wirtschaftlich vertretbarer und rechtlich zulässiger Weise den Insolvenzverwalter bei der Fortführung der Werft unterstützen", hieß es in einer Mitteilung.

    Reederei und Lloyd-Werft vereinbaren schließlich, das Schiff zu heben, instand zu setzen und fertigzustellen. Die Bergungsarbeiten beginnen am 13. Februar. Mit Hilfe von Pumpen, mehreren Schleppern und einem Bergungsponton kann das Schiff gehoben werden. Durch die Havarie waren Maschinen- und Antriebsanlage schwer beschädigt und die elektrischen Anlagen in den unteren Decks nahezu vollständig zerstört worden. Beide Propellergondeln müssen ersetzt werden, die Dieselmotoren werden vollständig zerlegt und nach einer Generalüberholung wieder eingebaut. Die Bergung und die Beseitigung der Schäden nehmen mehrere Monate in Anspruch und kosten die Versicherer insgesamt rund 225 Millionen US-Dollar.
  • Nach Schließung des Technik-Centers "Baecker AG" im Jahr 2001, waren die beiden verbliebenen Umrüstungsbetriebe für Importfahrzeuge in der Hand der BLG. Die BLG AUTOTEC, das ehemalige Technik-Center der Mosolf Gruppe, zu 100% und das E.H.Harms Auto-Terminal Bremerhaven zu 50%.

    Der Beschluss, die beiden Geschäfte zusammenzuführen wurde Anfang 2004 in die Tat umgesetzt. Die Information der Betriebsräte über die Bündelung der technischen Kompetenzen am Standort erfolgte im Januar. Hierzu wurde ein neues Unternehmen mit dem Namen "E.H.H. AUTOTEC GmbH & Co. KG" gegründet, in das per Betriebsübergang alle Beschäftigten zum 1. April 2004 übergingen (300 Beschäftigte von Harms und 160 Beschäftigte von BLG AUTOTEC). Die Anlagen und Immobilien verblieben in den Ursprungsgesellschaften, in die neue Gesellschaft gingen ausschließlich Arbeitnehmer über.

    In den Verhandlungen zur Zusammenlegung wurde nicht nur über einen Sozialplan und einen Interessenausgleich verhandelt (die BLG wollte die Gelegenheit nutzen, um Personal abzubauen), sondern es wurden auch gleichzeitig alle Betriebsvereinbarungen für das neue Unternehmen verhandelt, ein Überleitungstarifvertrag und gemeinsame Mantel-, Entgelt- und Eingruppierungstarifverträge. Die BLG AUTOTEC verfügte bereits über entsprechende Tarifverträge, das Harms Unternehmen war jedoch komplett tariflos.
    Der in den Monaten Februar und März folgende Verhandlungsmarathon fand jeweils in großen Runden statt, da zwei Betriebsratsgremien beteiligt waren, eine Rechtsanwaltskanzlei aus Bremen und die Gewerkschaften IG Metall und ver.di. Auch die Arbeitgeberseite war mit dem Personalchef der BLG, den entsprechenden Geschäftsführern der einzelnen Unternehmen, Personalreferenten und Anwälten bzw. Verbandsvertretern beteiligt.

    Am Ende hielt sich der Personalabbau, der auf freiwilliger Basis mit Abfindungen stattfand, in Grenzen. Der Betriebsrat des neuen Unternehmens wurde gebildet aus den beiden kompletten bisherigen Betriebsratsgremien (analog dazu die neue JAV) und die Neuwahl wurde nach 12 Monaten festgelegt. Ebenso konnten erstmals für die ehemalige Harms Belegschaft tarifvertragliche Regelungen festgeschrieben werden.
  • An der DGB-Kundgebung am 1. Mai nehmen ca. 4.000 Menschen teil. Bereits im dritten Jahr feiern die Gewerkschaften den Tag der Arbeit nicht mehr länger nur mit einer Demonstration, sondern mit einem regelrechten Umzug an dem sich auch Spielmannszüge, Sambagruppen und viele geschmückte Wagen beteiligen. Dies und die dadurch bessere Einbindung jugendlicher Gewerkschafter hat zu einem größeren Zulauf an der Veranstaltung in den letzten Jahren geführt. Der Demonstrationszug zog von der Stadthalle über die Melchior-Schwoon- und Hafenstraße zum Ort der Kundgebung in der "Bürger" vor der "Großen Kirche".
    Hauptredner auf der Kundgebung ist Ernst-Ludwig Laux, stellv. Bundesvorsitzender der IG BAU. Weitere Redner sind Karsten Behrenwald (DGB Kreisvorsitzender), Dilek Cerikci (Verein für gleiche Rechte) und Aleksander Stawinski (JAV-Vorsitzender Lloyd-Werft). Im Anschluss an die Redner, machte die DGB-Jugend mit 1066 Luftballons symbolisch auf jeden fehlenden Ausbildungsplatz aufmerksam.
  • Am 24. Juni kommt es um 15.30 Uhr zu einer Demonstration für den Erhalt des Marschenhofs in Wremen, der Bildungseinrichtung der Arbeitnehmerkammer Bremen, die vergangenes Jahr Insolvenz anmelden musste. Gewerkschafter aus verschiedenen Bereichen wollten es nicht tatenlos hinnehmen, das Bildung für Arbeitnehmer in der Region Bremerhaven beerdigt wird. Für den 24. Juni, den Tag, an dem die Vollversammlung der Arbeitnehmerkammer in Bremen über die Zukunft des Marschenhofes entscheiden will, organisieren sie eine Demonstration in Bremen, um für den Erhalt des Marschenhofes zu kämpfen.

    Geschockt von dem drohenden Aus, treffen sich ca. 70 Demonstranten zuerst vor der Arbeitnehmerkammer in der Bürgerstraße um dann ihren Protest in das Gebäude der Arbeitnehmerkammer zu verlagern, um den 25 Mitgliedern der Versammlung direkt ihren Unmut über die geplante Schließung kundzutun. Hans Driemel, Präsident der Kammer und Betriebsratsvorsitzender von Eurogate Bremerhaven, verschiebt den Beginn der Versammlung daraufhin um 30 Minuten und lässt Vertreter der Demonstranten zu Wort kommen. Im Visier haben die Demonstranten hauptsächlich die DGB Vorsitzende Helga Ziegert, die gleichzeitig Vorsitzende des Bildungsträgers "Arbeit und Leben" ist. Im Mai hatte sie dem Kammervorstand mitgeteilt, dass sich dessen Einrichtungen in Bremen und Bremerhaven, die zusammen allein 60% der Marschenhof-Buchungen ausmachen, nicht an einer Betreibergesellschaft und damit am Risiko beteiligen werden. Von den demonstrierenden Arbeitnehmern, Gewerkschaftern und Betriebsräten aber wird nicht nur Ziegert, sondern auch der Kammer vorgeworfen, die Marschenhof-Schließung werde zugunsten der zweiten Bildungsstätte der Kammer in Bad Zwischenahn forciert. Aber Bad Zwischenahn ist bereits jetzt ausgelastet. Auf der Suche nach einem neuen Betreibermodell müsse die Kammer dem Marschenhof zunächst auch in 2005 eine Chance einräumen, so Karsten Behrenwald, der als 1. Bevollmächtigter der IG Metall Bremerhaven zwar Mitglied der Vollversammlung ist, sich aber auch, zusammen mit seinen Bremerhavener Kollegen, für den Erhalt des Marschenhofes einsetzt.
    Als doppelt tragisch bewertet Driemel die Situation. Der Betrieb des Marschenhofes laufe hervorragend, leider aber stünden die Zeichen für eine Betreibergesellschaft schlecht. "Wir werden aber bis zur letzten Minute an einer Lösung arbeiten", versichert Driemel.

    Doch beschlossen wurde dann an diesem Tage gar nichts. "Es war hilfreich, dass unter anderem auch Beschäftigte des Marschenhofes ihren Standpunkt vor der Vollversammlung deutlich machen konnten", meinte Karsten Behrenwald. "Nach langen Diskussionen wurde der bisherige Beschluss - der die Schließung des Marschenhofs zum Ende des Jahres beinhaltet - aufgehoben." Das sei gut so, um Zeit für einen tragfähigen Entwurf eines Betreibermodells zu gewinnen, so Behrenwald. "Dazu müssen die Geschäftsführung sowie die Rechtsaufsicht beim Senator für Wirtschaft nun rechtlich prüfen, ob während der Insolvenzzeit überhaupt eine Fortführung der Einrichtung möglich ist", sagt Behrenwald weiter. Wenn die Rechtsaufsicht zustimme, werde Insolvenzverwalter Detlef Stürmann unter diesen Rahmenbedingungen den Betrieb 2005 fortführen.
  • Bremerhaven steht auf gegen Sozialabbau! Am 26. August demonstrieren mehrere hundert Menschen unter dem Motto "Licht der Hoffnung" in Bremerhaven. Der Demonstrationszug geht um 19 Uhr an der Pauluskirche in der Hafenstraße (Fritz-Reuter-Platz) los und bewegt sich zur Abschlusskundgebung zur Großen Kirche in der Bürger. Hauptredner auf der Kundgebung um 20 Uhr ist Prof. Dr. Rudolf Hickel (Universität Bremen). Die Veranstaltung wird unterstützt vom DGB, den Einzelgewerkschaften, Bürgerinitiativen, der PDS und dem Sonntagsjournal.


2005

  • Hauptrednerin auf der DGB-Kundgebung am 1. Mai ist die stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft NGG, Kollegin Michaela Rosenberger. Weitere Redner sind der DGB-Kreisvorsitzende Karsten Behrenwald, Gesche Funk und Paula Müller (JuPS) und Cafer Isin für die Vereine der Migranten. Der Demonstrationszug vor der Kundgebung zog von der Stadthalle über die Melchior-Schwoon- und Hafenstraße in die Bürger zur "Großen Kirche". An der Demonstration und der anschließenden Kundgebung nahmen mehr als 4.000 Menschen teil.
  • Nachdem die Testfahrten Mitte Mai erfolgreich abgeschlossen wurden, konnte die "Pride of America" am 6. Juni - etwa ein Jahr später als ursprünglich geplant - durch die Lloyd-Werft an die Reederei Norwegian Cruise Line übergeben werden.
  • Am 8. August eröffnet das Deutsche Auswandererhaus unmittelbar am Neuen Hafen. Das Hauptthema des Museums ist die Auswanderung Deutscher in die USA in verschiedenen Epochen.
  • Im November meldet das Baugeschäft H.F. Kistner und die dazugehörige Kalksandsteinfabrik in der Werftstraße, auf dem Gelände zwischen der Hafenstraße und der Geeste, Insolvenz an. Das Unternehmen kann nicht weitergeführt werden und muss schließen.
  • Die englische Investment-Firma Apax verkauft die Mehrheit des Unternehmens "Nordsee" an ein Invest-Unternehmen des "Bäckerei-Königs" Heiner Kamps. Später werden auch der Molkereiunternehmer Theo Müller und der Formel-1-Manager Willi Weber über ihre Kapitalgesellschaften Miteigentümer von "Nordsee".
  • Die Erlebnisbrauerei „Koggenbräu“ an der Van-Ronzelen-Straße 18 schließt. Die permanenten Bautätigkeiten am Neuen und Alten Hafen im Zuge der Hafenwelten hatten für schlechte Umsatzzahlen gesorgt. Bei dem Gebäude handelt es sich um den 1962 gebauten ehemaligen Speicher des Mühlenwerkes von „Segelken & Zachar“, in dem die Brauerei 1994 den Betrieb eröffnete.


2006

  • Das Betreuungs- und Erholungswerk e.V. (BEW), dessen Vorsitzender Günter Lemke (ehemaliger Gewerkschaftssekretär, DGB Vorsitzender, Stadtverordnetenvorsteher und Stadtrat für Soziales und Arbeit) ist, übernimmt das Seminarhotel Marschenhof in Wremen. Der Marschenhof, vormals im Besitz der Arbeitnehmerkammer Wremen, musste in 2003 Insolvenz anmelden. Kurzzeitig drohte das Aus, für gewerkschaftliche Arbeitnehmerbildung in der Region Bremerhavens. Aufgrund des massiven Protestes Seitens vieler Arbeitnehmer, Gewerkschafter und Betriebsräte, bemühte sich die Kammer und der Insolvenzverwalter in 2005 weiter eine Betreibergesellschaft zu finden. Die BEW wird das Seminarhotel weiterführen und gleichzeitig mehrere Wohneinheiten für betreutes Wohnen anbieten.
  • An der DGB-Kundgebung am 1. Mai nehmen ca. 3.000 Menschen teil. Der Demonstrationszug startet in diesem Jahr wieder von der Stadthalle aus und zieht über die Melchior-Schwoon-Straße und der Hafenstraße in die Bürger zur "Großen Kirche". Hauptredner ist Ulrich Dalibor vom ver.di Bundesvorstand. Weitere Redner sind Karsten Behrenwald (DGB Bremerhaven) und Filiz Can (für die Migranten).
  • Die italienische Fincantieri Schiffbaugruppe beteiligt sich im Mai mit rund 21% als strategischer Partner an der Lloyd-Werft, außerdem wird ihr die Option eingeräumt, die Mehrheit zu erwerben. Weitere rund 13% der Anteile erwirbt die Bremer Investitionsgesellschaft (BIG), eine Einrichtung des Landes Bremen.
  • Die Bremerhavener Polizisten tragen seit diesem Jahr blaue Uniformen.
  • Das größte Containerschiff, die "Emma Maersk", mit Platz für 15.000 Standartcontainer läuft auf ihrer Jungfernfahrt erstmals Bremerhaven an.


2007

  • Am 10. Januar 2007 wird das neue Gewerkschaftshaus in der Hinrich-Schmalfeld-Straße 31b (ehemaliges Stadthaus 7) bezogen. Die Räumlichkeiten im alten Gewerkschaftshaus in der Friedrich-Ebert-Straße/Elbestraße waren veraltet.
    Zusammen mit der IG Metall zogen in das neue Gewerkschaftshaus: die ver.di, die IG BAU, die NGG, die GEW, die Bildungsgemeinschaft Arbeit & Leben Bremerhaven e.V., der DGB Bremerhaven und die DGB Rechtsschutz GmbH.
  • Im Rahmen des Küstenaktionstages am 30. Januar ruft die IG Metall die Belegschaften der Betriebe auf, Aktionen gegen die "Rente mit 67" durchzuführen.
    Bei „E.H.H. AUTOTEC“ im Kaiserhafen demonstrieren die Vertrauensleute anhand von betrieblichen Arbeitsplatzbeispielen, was auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und die Betriebe bei Einführung der Rente mit 67 zukommt. Nachdem vor Arbeitsbeginn eine Flugblattaktion vor dem Werkstor stattgefunden hat, demonstrierten die Vertrauensleute am Vormittag mit Fahnen und Trillerpfeifen durch den gesamten Betrieb. Einen Kollegen, den man hierfür extra in einen vorbereiteten Rollstuhl gesetzt hatte, schob man von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz und ließ ihn im Rollstuhl die einzelnen Arbeiten durchführen. Im Anschluss verlas der Vertrauenskörperleiter während einer Kundgebung in der Kantine eine Liste mit allen festgestellten Mängeln und die dadurch bedingten Änderungen die im Betrieb durchgeführt werden müssen, wenn die Arbeitsplätze und die Sozialräume altersgerecht ausgestattet sein sollen. Hiernach bewegte sich der Protestmarsch vor den Haupteingang zum Pressetermin.
    Die Belegschaft unterstrich ihren Protest mit Unterschriften auf großen Transparenten, die vom Betriebsrat vorbereitet wurden und im Rahmen der Gewerkschaftsproteste am 26. Februar, wenn in Berlin die Anhörung zur Rente mit 67 im Bundestag stattfindet, vor Ort ausgerollt werden.
  • Hauptredner auf der DGB-Kundgebung am 1. Mai ist der Bundesvorsitzende der GEW, Kollege Ulrich Thöne. Weitere Redner sind Karsten Behrenwald (DGB-Bremerhaven), Nicolai Gand (Schulsprecher der Paula-Moderson-Schule) und Filiz Can (für die Vereine der Migranten). An der Kundgebung nehmen ca. 3.000 Menschen teil. Der Demonstrationszug startet in diesem Jahr erstmalig vom neuen Gewerkschaftshaus in der Hinrich-Schmalfeldt-Straße und zog über die Hafenstraße in die Bürger zur "Großen Kirche".
  • Mit dem Eintritt der Kfz-Innung Bremerhaven-Wesermünde in den Unternehmensverband des Kfz-Gewerbes Niedersachsen-Bremen zum 1. Mai 2007, gelten ab sofort die niedersächsischen Kfz-Tarifverträge auch für die Betriebe der Kfz-Innung Bremerhaven.
    Die IG Metall und die Kfz-Arbeitgeber haben sich auf einen Stufenplan zur Einführung der neuen Entgelttabellen in einem "Überleitungs-Tarifvertrag II" genannten Tarifvertrag geeinigt. Darüber hinaus wurden in diesem Tarifvertrag die alten Besitzstände aus dem ersten Überleitungstarifvertrag festgeschrieben. Damit sind für die Arbeitnehmer/innen, die vor dem 31.12.2004 im Betrieb beschäftigt waren, weiterhin die Leistungszulage, die Kündigungsfristen und die Altersicherung aus den alten Bremerhavener Tarifverträgen gültig.
  • Im Jahr 2007 gibt es in Bremerhaven 635 Arbeitsplätze im Bereich Forschung und Entwicklung.


2008

  • Im April wird die "SSW Schichau Seebeck Shipyard" Werft für 4,6 Mio Euro von der Investorengruppe Jahnke-Petram-Ehlerding gekauft.
  • Am Vorabend des 1. Mai findet am 30. April um 18 Uhr in der "Großen Kirche" in der Bürger eine Andacht zum Verbot der Gewerkschaften vor 75 Jahren statt.
  • Hauptredner auf der DGB-Kundgebung am 1. Mai ist der Bundesvorsitzende der IG BCE, Kollege Hubertus Schmoldt. Weitere Redner sind der DGB-Kreisvorsitzende Karsten Behrenwald, Filiz Can für die Vereine der Migranten und Sascha Groeters (ver.di Jugend Bremen-Nordniedersachsen).
  • Mit dem Ende Mai abgeschlossenen Flächentarifvertrag für die Hafenarbeiter schreibt verdi mit einer erstmalig vereinbarten Vorteilsregelung nur für Gewerkschaftsmitglieder Geschichte. Die Regelung besagt, das verdi Mitglieder, die eine mindestens 12-monatige Mitgliedschaft nachweisen können, jährlich eine sogenannte "Erholungsbeihilfe" in Form einer Einmalzahlung in Höhe von 260,- Euro erhalten.


2009

  • Die "SSW Schichau Seebeck Shipyard GmbH", mit zuletzt rund 380 Mitarbeitern, meldet am 19. Januar aufgrund von Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung Insolvenz an. Trotz eines gut gefüllten Auftragsbuches könnten Lieferantenrechnungen nicht beglichen werden, teilte die Werft mit. Grund dafür sei, dass wegen der gestiegenen Rohstoff- und Zuliefererpreise die letzten Neubauten mit Verlust abgewickelt worden seien. Zudem sei durch die Weltwirtschaftskrise der Schiffsneubaumarkt zum Erliegen gekommen. Der Hamburger Rechtsanwalt Dr. Per Hendrik Heerma wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.
    Die SSW gehörte bis 1996 unter dem damaligen Namen Schichau Seebeckwerft zum Bremer Vulkan-Konzern und musste dann parallel zu ihm Konkurs anmelden. Eine Folgegesellschaft mit dem Namen SSW Fähr- und Spezialschiffbau geriet 2002 in die Insolvenz. Deren operatives Geschäft wurde daraufhin auf die neu gegründete SSW Schichau Seebeck Shipyard übertragen.
    Im April 2008 wurde die Werft von der Investorengruppe Jahnke-Petram-Ehlerding gekauft. In der aktuellen Krise hätten die Gesellschafter keine gemeinsame Lösung zur Bereitstellung von frischem Kapital für die SSW finden können, teilte die Werft mit.

    Am 18. Mai legt der Insolvenzverwalter Heerma seinen Bericht über die wirtschaftliche Lage der Werft vor. Im Ergebnis stellt er fest, dass eine Fortführung des Unternehmens unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen keine Aussicht auf Erfolg hätte.
    Zum Erhalt der bestehenden Arbeitsplätze ohne Unternehmensfortführung hat der Insolvenzverwalter ein Fortführungsmodell entwickelt. Hierüber hat er mit dem SSW-Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung zur Schaffung von Auffangstrukturen geschlossen.
    Diese beinhaltet die Errichtung der "Transfergesellschaft Küste mbH - Betriebsstätte SSW", um möglichst vielen Arbeitnehmern eine angepasste berufliche Weiterqualifizierung zu ermöglichen und die Aufnahme in den ersten Arbeitsmarkt zu erleichtern bzw. zu fördern.

    Ab dem 31. Juli ist der Werftbetrieb geschlossen. Die Werft, die seit 1876 Bremerhavener Geschichte geschrieben hat, existiert nicht mehr.
  • Von Ende März bis Anfang Mai wird die "Celebrity Galaxy" der deutschen Kreuzfahrtgesellschaft "TUI Cruises" in nur 38 Tagen im Trockendock der Lloyd-Werft für 50 Millionen Euro umgebaut. Das Interieur, einst auf den amerikanischen Geschmack abgestimmt, wurde weitgehend ausgetauscht und an den europäischen Markt angepasst. Um den engen Zeitplan zu bewerkstelligen, wurden bereits bei der Überführung nach Deutschland überflüssige Wände und Einbauten entfernt. In Bremerhaven wurden dann unter anderem 200 Balkone angebaut und noch mal so viele verlängert und in Veranden umgewandelt. Wegen des zusätzlichen Gewichts musste die Struktur teilweise angepasst und zum Ausgleich ein circa 380 Tonnen schwerer Stahlunterbau - ein sogenannter Ducktail - im Heckbereich eingezogen werden. Die Fläche des Spa-Bereichs wurde verdoppelt; Restaurants und Bar-Bereiche wurden erweitert und erneuert. Nach dem Umbau wurde die "Celebrity Galaxy" noch im Mai im Hamburger Hafen in "Mein Schiff" umbenannt.
  • Warnstreik am 7. April vor der zweiten Tarifverhandlungsrunde bei BLG AutoTec (ehemals E.H.H. AUTOTEC) im Kaiserhafen, nachdem der Arbeitgeber in der ersten Verhandlung Ende März keinerlei Entgegenkommen zeigte. Die IG Metall fordert für ihre Mitglieder neben einer Entgelterhöhung eine Beschäftigungssicherung aufgrund der drohenden Wirtschaftkrise und eine Vorteilsregelung für Gewerkschaftsmitglieder.

    Das Verhalten der Arbeitgeberseite, die nicht bereit war, ein brauchbares Angebot vorzulegen und die IG Metall Verhandlungskommission auch noch mit den Worten "Dann zeigen Sie doch mal was sie können" provozierte, führte dazu, das der IG Metall Gewerkschaftssekretär Hans-Werner Schmolke die Belegschaft auf der Betriebsversammlung am 01. April bereits auf Arbeitskampfmaßnahmen einschwor.
    Durch die Ankündigung des Geschäftsführers, das trotz Beschäftigung von Leiharbeitern und voller Auftragsbücher 180 Beschäftigte von BLG AutoTec zu viel im Unternehmen seien, war die Belegschaft wütend und aufgepeitscht. Ihr Zorn richtete sich in der Versammlung gegen den Geschäftsführer, der mit der Situation völlig überfordert war. Bevor die Situation eskalieren konnte, wurde die Versammlung abgebrochen.

    Bis zum Warnstreik sollte dann noch eine Woche vergehen. Viele Beschäftigte konnten das Signal der IG Metall zum Warnstreik aber nur schwer abwarten. Als dann am 7. April morgens vor dem Werkstor die Flugblätter mit dem Aufruf zum Warnstreik verteilt wurden, entlud sich die Spannung in eine bisher nicht dagewesene Kampfbereitschaft. Der erste Warnstreik in der Firmengeschichte.
    Mit Trillerpfeifen, Fahnen und Transparenten zogen die Kolleginnen und Kollegen an den Versammlungsort. Das dann folgende machtvolle Signal der Arbeitnehmer, die geschlossen mehrere Stunden das Tor zur LKW-Zufahrt an der Alfred-Wegener-Straße blockierten und somit einen Rückstau bis zur Cherbourger Straße verursachten, zeigte dem Arbeitgeber, das die Belegschaft am heutigen Tage ein Tarifergebnis erwartet und kein Verständnis mehr für die Spielchen der Arbeitgeberseite hat. Diese zeigte sich tatsächlich überrascht durch den Warnstreik und lenkte am Nachmittag in der zweiten Tarifverhandlung ein.
    Zwar scheiterte eine Beschäftigungssicherung, die ihren Namen auch verdient, an der starren Haltung der BLG, aber die weiteren Forderungen konnten umgesetzt werden. Insbesondere erreichte die IG Metall eine Vorteilsregelung für ihre Mitglieder in Form einer, wie bereits ein Jahr zuvor durch die Hafenarbeiter durchgesetzte, Erholungsbeihilfe in Höhe von 250,- Euro, sofern die Beschäftigten eine 12-monatige Gewerkschaftsmitgliedschaft vorweisen können. Weiterhin konnte erreicht werden, das die Tarifentgelte ab dem 1. Dezember um 2,1% steigen und das alle Beschäftigten im Mai eine Einmalzahlung in Höhe von 250,- Euro erhalten.
  • Hauptredner auf der DGB-Kundgebung am 1. Mai neben der großen Kirche in der Fußgängerzone ist der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Rudolf Hickel, Direktor des Instituts Arbeit und Wirtschaft in Bremen. Weitere Redner sind der DGB-Kreisvorsitzende Karsten Behrenwald, Filiz Can für die Vereine der MigrantInnen und für die IGM Jugend Neele Schneider (Jugend- und Auszubildendenvertreterin von Impress in Cuxhaven).
  • Die Tarifverhandlungen zwischen verdi und dem Zentralverband der Deutschen Seehäfen (ZDS) für die Hafenarbeiter stehen in diesem Jahr unter dem Zeichen der Weltwirtschaftskrise. Die verdi kann dennoch in der letzten Verhandlungsrunde am 19. Mai eine Altersteilzeitregelung auf bisherigem Niveau durchsetzen und zusätzlich eine Einmalzahlung für die Beschäftigten im Januar 2010 in Höhe von 550,- Euro und eine tabellenwirksame Lohnerhöhung ab März 2010 in Höhe von 1%.
  • Die Weltwirtschaftskrise hat zu einem starken Rückgang des Frachtverkehrs im Hafen geführt, in vielen Bereichen bis zu 50%. Das hat auch gravierende Auswirkungen auf den Gesamthafenbetrieb (GHB), der den Firmen im Hafen Arbeitskräfte zur Verfügung stellt. Im Frühjahr 2009 droht die Insolvenz. Es müssen ca. 800 befristet Beschäftigte gehen.

    Am Samstag, dem 25. Juli 2009 demonstrieren etwa 200 Hafenarbeiter des GHBs und Unterstützer durch die Innenstadt Bremerhavens. Die Demo wird vom Komitee „Wir sind der GHB!“ organisiert und der IG Metall unterstützt. Ver.di, in der die meisten Hafenarbeiter organisiert sind, unterstützt die Demo nicht!
    Die Hafenarbeiter gehen auf die Straße, um sich gegen Sozialplan und Entlassungen zu wehren. Sie sind sauer auf ihre Gewerkschaft und auf ihren Betriebsrat. Die Arbeiter des GHB wurden genauso wie die der eigentlichen Hafenbetriebe, der Logistikkonzerne BLG, Eurogate etc. sowie der Stauereien vor einigen Monaten in Kurzarbeit geschickt.

    Der Betriebsrat hatte Ende Juni mit dem GHB einen Sozialplan ausgehandelt: 103 Beschäftigte sollten Ende Juli entlassen werden, weitere 217 bekamen Änderungskündigungen. Sie sollen in Zukunft nicht mehr in Bremerhaven, sondern in Bremen arbeiten - für 9 anstatt wie bislang für rund 15 Euro pro Stunde.
    Die neuen Löhne sind so niedrig, dass die Arbeiter selbst mit einer vollen Stelle künftig als „Aufstocker“ staatliche Leistungen beantragen müssen. Rund 200 GHB-Arbeiter haben inzwischen beim Arbeitsgericht Klagen gegen die Kündigungen und Änderungsverträge eingereicht.
    Viele Kollegen bemängeln eine fehlende Sozialauswahl und werfen dem Betriebsrat vor, bei dem dubiosen Auswahlverfahren mitgewirkt zu haben und fordern seinen Rücktritt.
    Von Gewerkschaftsseite wurden keine Widerstandsaktionen geplant, so dass sich die Gegenwehr außerhalb der Gewerkschaft formierte, auch und gerade von Gewerkschaftsmitgliedern, die sich im Komitee "Wir sind der GHB!" zusammenschlossen und mit folgendem Aufruf zur o.a. Demonstration mobilisieren:

    "DEMO!!! AM SAMSTAG, 25.07.2009
    Demonstrationsaufruf: Trotz Arbeit Hartz IV?
    Liebe Kolleginnen und Kollegen, wie wir bereits während unserer Veranstaltung (vom 11.07.09) aufzeigten, werden für eine Vielzahl der Hafenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter schwere Zeiten anbrechen. Um hier ein klares Signal zu setzen und sichtbar machen zu können, dass die Hafenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter nicht ALLES mit sich machen lassen, laden wir euch zu unserer Demonstration ein. Im Anschluss werden wir in der Fußgängerzone eine Abschlusskundgebung abhalten (Große Kirche, gegenüber Karstadt)! Wann? Samstag, den 25.07.2009. Wo? Vorm GHBV-Gebäude (Franziusstraße 79). Zeitpunkt? Ab 10:30 Uhr. Organisiert wird die Demonstration vom Komitee "Wir sind der GHB!".
    Es ist somit eine Demonstration von uns und für alle. Natürlich sind auch alle Kolleginnen und Kollegen der anderen Hafenbetriebe und Sympathisanten eingeladen, die uns solidarisch zur Seite stehen! Liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist die Zeit gekommen, dass wir uns zusammentun und gemeinsam für unsere Hafenarbeitsplätze kämpfen! Kommt daher möglichst zahlreich und lasst uns für unser aller Rechte kämpfen, denn nur zusammen sind wir stark! Frei nach dem Motto: Einer für alle - alle für einen!"
  • Am 11. September findet der Werftenaktionstag am Rande des Leadership-Treffens der Europäischen Wirtschaftsminister, Werftchefs und des EU-Industriekommissars Günter Verheugen in Bremerhaven statt. Die Werftarbeiter Bremerhavens und Cuxhavens trafen sich mit Kolleginnen und Kollegen aller Schiffbaustandorte aus Deutschland, Spanien, Niederlande und Polen um vor dem Tagungsstandort, dem Sail-City Hotel, für den Erhalt der maritimen Industrie zu demonstrieren.
  • "BLG AutoTec soll leben". Unter diesem Motto ruft die IG Metall alle Beschäftigten der BLG AutoTec am Dienstag, den 22. Dezember um 15.45 Uhr zu einer Kundgebung vor dem Werkstor in der Franziusstraße 70a auf. "Herzlich willkommen sind auch alle Gegner der Spar- und Kahlschlagpolitik des BLG Vorstandes", heißt es in dem Aufruf weiter.
    Die Geschäftsleitung der BLG AutoTec hatte angekündigt, zwei große Abteilungen, unter anderem auch ein sehr profitables und für die AutoTec existenzsicherndes Geschäftsfeld, auszugliedern und gleichzeitig ca. 75 Arbeitnehmer mit Zeitverträgen nicht weiter zu beschäftigen. Die IG Metall wirft der BLG vor, per "Salamitaktik" AutoTec zerschlagen zu wollen. Daher erfolgte der Aufruf zu dieser kurzfristigen Protestaktion kurz vor Weihnachten, an der sich nicht nur die Belegschaft von AutoTec beteiligte, sondern auch Hafenarbeiter des GHB´s.
    Die Beschäftigten bildeten mit mehreren hundert Personen eine Menschenkette entlang beider Seiten der Franziusstraße im Bereich von AutoTec. Mit Fahnen, Plakaten und Transparenten machten sie für alle, die in dieser Zeit durch den Hafen fuhren, eindrucksvoll auf ihre Situation aufmerksam.